Das Projekt

Psychische Erkrankungen sind längst kein Einzelschicksal mehr. Nicht nur die betroffenen Personen und ihre Familien leiden unter der seelischen Beeinträchtigung. Die wachsende Bedeutung hat beträchtliche Folgen für  das Gesundheitssystem und die Allgemeinheit. Denn Menschen mit psychischen Störungen sind besonders von Arbeitslosigkeit bedroht, wie eine Studie der Deutschen Rentenversicherung zeigt. Schnell kann die Wechselwirkung aus seelischem Leid und beruflichem Misserfolg in eine Abwärtsspirale führen. Um aus dieser wieder ausbrechen zu können, benötigen die Betroffenen professionelle Hilfe. Der Bedarf an beruflichen Integrationsmaßnahmen für diese Personengruppe wächst stetig.

#rehagramm – Ein Gemeinschaftsprojekt
Aus diesem Grund haben sich die Berufsförderungswerke Thüringen, Dresden, Goslar und Nürnberg zu dem Gemeinschaftsprojekt #rehagramm zusammengeschlossen. Die vier Dienstleister der beruflichen Rehabilitation hatten in den vergangenen Jahren unabhängig voneinander Maßnahmen zur beruflichen Integration von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen entwickelt. Ziel der Kooperation ist es, die unterschiedlichen Konzepte wissenschaftlich zu evaluieren und weiterzuentwickeln.


Förderung

Rehagramm wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit uns Soziales

#rehagramm wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit Mitteln des Ausgleichsfonds für überregionale Vorhaben zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben.


Gleichberechtigte Teilhabe
Die entwickelten Qualitätsstandards sollen sich am Arbeitsmarkt orientieren, aber auch dem komplexen Förderbedarf entsprechen. Das gemeinschaftliche Projekt #rehagramm bezieht deshalb alle beteiligten Akteure mit ein: die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, das in den Leistungsangeboten vor Ort tätige Personal der beteiligten Berufsförderungswerke, die Rehabilitations- und Leistungsträger sowie die kooperierenden Unternehmen. Untersucht wird der Ablauf von Orientierung und Beratung, Qualifizierung, Stabilisierung und Gesundheitsförderung bis hin zur beruflichen Integration. Ein Hauptaugenmerk wird darauf gelegt, welche Inhalte aus Sicht der beteiligten Arbeitgeber den Integrationsprozess unterstützt. Es gilt aber auch, die besondere Ausgangssituation der betroffenen Menschen zu berücksichtigen: Die meisten von ihnen haben bereits mehrere Anläufe unternommen, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen.

Vorgehen der Evaluation
Die Integrationsmaßnamen für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung werden an sieben Standorten der vier Berufsförderungswerke im Rahmen einer qualitativ ausgerichteten Evaluation analysiert. Insgesamt sind über 300 Interviews geplant, bei denen in drei Wellen die Teilnehmenden und die Mitarbeitenden der Bildungsträger befragt werden. In der ersten Befragungswelle werden zusätzlich die Reha-Träger mit einbezogen; in der dritten Interviewphase kommen beteiligte Arbeitgeber zu Wort. Sechs Monate nach Ablauf der Maßnahme gibt eine schriftliche Erhebung bei den Teilnehmenden, Auskunft über die berufliche Integration. Ein dokumentenbasierter Vergleich der unterschiedlichen Maßnahmen rundet die Auswertung ab. Die wissenschaftliche Evaluation wird von INTERVAL GmbH in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Soziale Integration und Berufliche Rehabilitation der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg durchführt.

Zeitplan

Projekt rehagramm Zeitplan